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das licht

wir saßen im dichten nebel fest. aus der ferne hörte ich motorengeräusche. heute weiß ich, dass das unsere rettung war...

wie schon erwähnt, saßen wir fest. unsere angst war nicht gerade wenig. das raumschiff fing schon an zu rosten, es war die nässe nicht gewöhnt.

einige von uns hielten diesen druck, der sich langsam aber stetig im raumschiff aufbaute, nicht aus. sie fielen einfach um. die krankenstation war überfüllt, die medikamente gingen zur neige, für viele endete die reise schon hier. die stille und das nicht-sehen-können waren zermürbend. mir taten die leid, die sich mental aufgaben, sie drehten einfach durch, hatten ihren inneren halt und den glauben an unseren käpten verloren - sie starben...

der trubel ging an mir fast spurlos vorüber, befand ich mich doch auf der brücke. meine aufgabe der koordination ließ mir keine zeit mich um andere dinge zu kümmern. nie hätte ich gedacht, dass eine besatzung, wenn sie dermaßen unter druck steht, so einen tumult entfachen könnte. dabei war des die beste crew zusammenstellung gewesen, die es je auf einem schiff gegeben hatte. ein paar tage im nebel wären auch kein problem gewesen aber so, wochen, monate, es war einfach zu lange. wir wussten nicht, wie lange es noch dauern würde und ob wir hier überhaupt wieder heil raus kommen konnten.

plötzlich ging der alarm los. eine explosion, innerhalb des schiffes. mein erster gedanke - sabotage! auch das noch! von der brücke aus stellten wir ein suchkommando auf. wir konnten es uns nicht leisten, der verräter musste gefasst werden - er wurde gefasst...

auf der krankenstation stellte unser doc fest, dass der jenige stark befallen war. dunkle gestalten mit rot glühenden augen hielten sich in seiner nähe auf. sie holten mich auf die station.

ich hatte von zuhause aus eine besondere waffe mitbekommen, etwas außergewöhnlich altes. es handelte sich um eine art lichtpfeil. fast hatte ich sie vergessen. nach meinem check-in hatte ich sie weit hinten in meinem schrank verstaut. niemals hätte ich damit gerechnet, sie noch einmal benutzen zu müssen. es gab doch genug moderne waffen an bord...ich ging in meine kajüte und holte sie. nach so langer zeit sah sie immer noch wie neu aus. durch die berührung meiner hände wurde sie aktiviert. es bildete sich vorn an der spitze ein heller lichtkegel. ich ging zurück auf die krankenstation. die gesamte besatzung der brücke wartete schon auf mich. der käpten schlug mir auf die schulter, als ob er sagen wollte, du machst das schon. tatsächlich aber sagte er: "wir zählen auf dich. es wird zeit in den eigenen reihen aufzuräumen, es ist wie mit einem garten, wenn man nicht jätet, verwildert er, er geht zugrunde. alles blühende wird von filzigem gras erstickt..." er sah mich dabei mit seinen weisen augen hoffnungsvoll an. ich hatte ihn noch nie so gesehen, er war gerührt und ein bisschen hilflos stand er da...in seiner uniform.

ich war bereit und würde ihn nicht enttäuschen. af war das opfer. wir nannten ihn alle af, weil niemand seinen wirklichen namen aussprechen konnte, er war zu kompliziert. aufgefallen war er mir schon seit langem, doch ich hatte nicht auf mein gefühl gehört.

er lag bereits auf dem op-tisch als ich den raum betrat. der doc hatte ihn in einen hypnoseähnlichen zustand versetzt. der körper af´s war von oben bis unten tätowiert. zeichen, wie ich sie einmal in einem alten weisen buch gesehen hatte. berührte man sie, verwandelten sie sich in bilder. manche wurden zum schauspiel. wie wunderbar. so etwas hatte ich noch nie gesehen. es schien so, als ob die bilder, unabhängig von einander, von unten und von oben sich entgegen wirkten...

der käpten reichte mir ein gerät, das bei uns spect genannt wurde. als ich es aufsetzte und hindurch sah, wurde mir bei dem anblick, der sich mir bot speiübel. was ich sah war einfach nur grausam. die dunklen wesen sahen schrecklich aus. einige waren klein, andere ziemlich groß. ihre gesichter völlig entstellt, durch tiefe narben zerfurcht, hämisch grinsend ihrer macht bewusst. sie fixierten af mit ihren rot glühenden augen. ich hatte keine angst, im gegenteil, ich freute mich auf den kampf. zuerst sprangen die gestalten wahllos hin und her. doch ich sah schnell, wenn ich ihnen direkt in die augen sah, blieben sie stehen - nur einen kurzen augenblick- ich musste schnell sein. es ging schlag auf schlag. ich war schnell wie nie und schoss direkt in ihr energiezentrum. ihre augen erloschen und ihr körper zerfiel zu asche, die sich letztendlich  in nichts auflöste. so tötete ich einen nach dem anderen.

zeitgleich lösten sich dabei die tätowierungen af´s auf. sein körper entspannte sich und er wurde durchflutet von licht. das licht meiner waffe hatte sich über ihn  gesammelt und strömte nun durch ihn hindurch. lichtwesen schwebten über ihm. sie sahen nicht so aus, wie man sich engel vorstellt - mit flügeln und so - nein. es war, als wenn zartes dünnes seidenpapier auf einem lufthauch dahin schwebte...

ich wurde nicht mehr gebraucht, durfte beruhigt gehen. völlig erschöpft legte ich mich in meine koje.

laute motorengeräusche weckten mich und ein ruck, der mir sagte, wir haben wieder fahrt aufgenommen. ein altes patrollienschiff hatte uns geortet und aus dem nebel gezogen. sie hatten mich schlafen lassen. als ich auf die brücke kam, war es fast mittag. mit lautem hallo wurde ich empfangen und es war mir peinlich...hatte ich doch nur meine arbeit gemacht.es gab musik und tanz und freundschaftliche umarmungen...ein großes fest. was für eine freude, wir hatten es geschafft. kein nebel mehr, das universum lag vor uns und wartete darauf entdeckt zu werden...

als ich so verträumt und glücklich dastand und auf den sternenhimmel blickte, stand plötzlich af hinter mir. er strahlte. und es erinnerte mich an weiße margaritten, auf der erde hatte ich einmal ein ganzes feld davon gesehen. eine zarte wärme erfüllte mein herz...seine umarmung war sanft...unsere köpfe neigten sich zueinander und schmiegten sich zusammen, fast so, als wenn zwei katzen zärtlich sich begrüßten...vertrautheit lag in seinem blick. er nahm meine hand und sah, dass sie verletzt war. eine der gestalten hatte mich erwischt, es war ein kleiner kratzer zwischen zeigefinger und daumen, fast schon wieder verheilt...er küsste die wunde und dieser kuss entfachte eine liebe, die uns für immer verbinden sollte...

 

 

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