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der wald

wir gingen zu fünft. leise fiel der schnee auf mein haar. heute weiß ich, dass es die reinheit war, die mich erzittern ließ...

eine kurze weile hatten wir einen gemeinsamen weg. dann trennte ich mich, ich nahm abschied und ging allein in eine andere richtung. erst war es ein befestigter weg aber schon bald bog ich links ab in einen dunklen tannenwald. eine tiefe ruhe, tiefe einsamkeit umgab mich hier. ich hielt kurz inne und betete:

herr, gib mir deine zeichen, die ich zu meiner heilung brauche...

ich breitete meine arme aus und eine zärtliche wärme kroch in meine ärmel. mein herz pulsierte im takt unserer mutter erde, war bereit sich der unendlichkeit zu öffnen. ja, ich war bereit alles SEIN zu lassen.

achtsam ging ich weiter. der weg öffnete sich zu mehr licht. ein alter baum, hoch und gerade gewachsen, lud mich zu sich ein. zeig mir deinen zugang, flüsterte ich leise. meine kalten hände legten sich vorsichtig auf seine, mit tiefen furchen durchzogene, rinde. sanft beugte sich meine stirn zu ihm. gib mir dein wissen, rief es in mir.

mit einem zärtlichen kuss, der leicht von meinen lippen floss, bedankte ich mich bei ihm.

ein leichter weg über gras und schnee leitete mich durch einen jungen birkenwald. plötzlich stand ich auf einer lichtung. links von mir ein aussichtspunkt, für den beobachter, unbesetzt.ich stand und sah, ich stand und war, ich stand...hier war ich richtig, ich hatte meinen platz gefunden...

alles, was ich sah...war ich...nur ich...

ein entwurzelter baum:

wie oft schon hatte ich mir selbst die wurzeln rausgerissen...

ein baum, in dem zwei verrostete nägel steckten, uralte zeichen zierten ihn. ich zog die nägel heraus:

wie oft schon hatte ich mich selbst ans kreuz genagelt...

ein baumstumpf befallen mit dicken pilzen:

wie oft schon hatte ich es zugelassen, dass sich jemand an mich kettete...

mit einem handgriff löste ich einen pilz, kalt und nass lag er in meiner hand...

 

mein ego schrie:

was willst du mit dem ding

es ist nur kalt und stinkt

doch dann kam mein inneres kind mit seiner phantasie:

steck ihn in die kaputze rein

dann wird er dir nicht im wege sein

 

ein zersplitterter baumrest wollte in meine hand:

oh ja, wie oft schon war ich zersplittert...

es wurde zeit zu gehen, ein kurzer weg zurück...ich komme wieder...

vogelgesang begleitete meinen rückweg. der uralte weise baum erwartete mich an der wegkreuzung. er hielt ein zeichen für mich bereit. der buchstabe eines mir so vertrauten namens gleich...der name meines verstorbenen vaters...mein herz brach auf und ergoss sich in unendlichen tränen...

eine geschlossene schneedecke, auf der sich fußspuren zeigten, die mich zurückführten, zu den menschen, die mir so vertraut geworden waren. wieder breitete ich meine arme aus. wieder war es diese wärme, die mich umarmte. ich erkannte sie als die himmlische liebe...ewige liebe...aus der unendlichkeit...sie trug mich sanft zurück ins leben...

 

brauch nichts mehr von außen

hab alles in mir

wo sind die engel geblieben

sie sind nicht mehr hier

gott ist verschwunden

kann ihn nicht mehr sehn

das tor ist geöffnet

ich werde durchgehn...

 

 

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