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der wind

ich musste abschied nehmen, alles drängte aus ihm. sein blick war klar und voller licht, nie zuvor hatte ich solche wunder-vollen augen gesehen. heute weiß ich, dass er mein größter "anhänger" war...

es war tiefe nacht, als ich sie hörte.die trommel. erst in der ferne, dann kam sie näher und wurde lauter. ein gleichmäßiges schlagen, ein tiefer klang. sie rief mich, komm zu mir, komm zu mir. ich war zu träge aufzustehen. steh auf, steh auf, komm zu mir...ich war zu träge...ein tiefer klang, der rhythmus ließ mich erinnern...

draußen tobte der sturm. alles zog mich zu ihm. ich fuhr zum see. sah wie der wind mit der oberfläche des wassers spielte. leichte wellen trieben zu mir, als ich am ufer stand. fast so, als ob die geister des wassers zu mir sprachen, wir grüßen dich, schön, dass du wieder da bist. wir haben auf dich gewartet. sie umarmten mich und schüttelten mich frei...alles alte und verbrauchte fiel von mir ab und löste sich auf...im wind

vor mir lag der hügelige berg. hohe gräser wiegten sich, schmale pfade, fast schwarze erde, die sich wie ein lavastrom bergabwärts zu ergießen schien...

leichtfüßig erstieg ich den hügel. keine anstrengung, war ich den weg doch schon viele male vorher gegangen. auf dem gipfel...kam die erleichterung. mit ausgebreiteten armen stellte ich mich dem sturm. ein adler tanzte im wind...

alles strömte durch mich hindurch, es gab nichts festes mehr...fliegen...auflösen...ich will du sein...das durchfließen dieses starken stromes zauberte ein glückliches lachen auf mein gesicht. mutter erde hielt mich, ich spürte, wie starke feste wurzeln mich hielten...ein baum, den kein sturm mehr entwurzeln konnte. der wolkenbedeckte himmel brach auf und die mächtigen strahlen der sonne grüßten meine seele...

mein blick fiel auf zwei bäume, die sich über jahre schon aneinander rieben. der jüngere war stärker und so hatte er schon tiefe wunden an dem älteren hinterlassen. er krächzte und stöhnte unter dem druck. wie lange noch konnte er standhalten, bevor er brach. mein erster gedanke war, warum hatte man sie so dicht aneinander gepflanzt? oder hatte sich der jüngere baum vielleicht selbst eingesamt? es war müßig darüber zu lamentieren, die natur nahm ihren lauf...

ich wurde müde, fühlte mich erschöpft. die letzten tage hatten ihren sold von mir gefordert. geduld und ausdauer waren gefragt, nicht gerade meine stärke. ich wartete auf den frühling, der winter war lang genug gewesen. die knospen an dem alten holz drängten schon zum ausbruch. sachte lehnte ich mich an einen baum, er wiegte mich im wind. hier war ich leicht und frei, nichts band mich mehr. so ruhte ich aus und ließ die erinnerung an meinen besten freund in mir aufsteigen...

er lag im sterben und ich durfte bei ihm sein. ich betete an seinem bett:

 

herr, zeige uns deine wirklichkeit

löse die fesseln unserer fehler, wie auch wir freigeben,

 was uns bindet an die schuld anderer

 

ich liebe dich, mit meinem ganzen da-sein

ich liebe dich, in deinem ganzen so-sein

ich liebe dich, im ewigen hier-sein

 

ich bitte dich erlöse ihn

lass ihn eingehen in dein himmelreich

 

ich sang das AMEN, eine liebe freundin hatte es mich einmal gelehrt. wie dankbar war ich dafür, hatte ich es doch schon einige male gesungen und es gab uns jetzt den frieden...

eine getrocknete, geweihte rose verströmte ihren duft. mit sanfter bewegung strich ich, die rose in der hand, über seinen nur noch zarten körper. kaum wahrnehmbar ging ein nur noch kleiner schatten von ihm und löste sich auf...im raum...

mein freund schlug seine augen auf...zum letzten mal...wunder-volle augen...hell erleuchtet und ganz klar...voller glanz und eine frage nur lag in ihnen, kann ich gehen? zärtlich streichelte ich sein faltiges gesicht, ja, es ist alles in ordnung, es ist alles gut...es ist alles gut...

er ging in frieden auf einem windhauch des lebens in die ewigkeit...nach hause, zurück nach hause...mit einer rose im knopfloch...

meine menschlichen augen können deinen körper nicht mehr sehen, doch du hast deine göttliche liebe für immer in mein herz gelegt. und ich höre noch heute deine letzten zärtlichen worte: "meine liebe sonni..."

 

im strudel der zeit

geläutert erwacht

tränen der trauer

mit lächeln vollbracht

friede durchströmt mich

ein klarer bach könnt es sein

warum diese trauer

neugeboren zu sein

alte bande zerschnitten

die ich lieb gehabt hab

flieg ich der sonne entgegen

es wird wieder tag

die freude wird kommen

ich weiß es bestimmt

dann werde ich jubeln

wie einst als kind

 

 

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